Mit ihrem zweiten Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“, der von einer Familie mit einem alkoholkranken Vater im Ruhrgebiet erzählt, stand die Autorin Lena Schätte (geboren 1993 in Lüdenscheid) 2025 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. 2026 wurde sie beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb gleich doppelt ausgezeichnet: Für ihren Prosatext „Was wir tragen“ erhielt sie sowohl den Hauptpreis als auch den Publikumspreis. Im Mittelpunkt stehen zwei mehrgewichtige Hauptschülerinnen, die wegen ihres Aussehens und ihrer sozialen Herkunft Ausgrenzung und Vorurteilen begegnen. Mit großer Einfühlsamkeit und ohne zu urteilen, zeichnet Schätte ihre Lebenswelt nach. Die Jury hob insbesondere die „existenzielle Wucht“ des Textes sowie seine klare, eindringliche Sprache hervor. Schätte zeigt eindrucksvoll, wie Literatur gesellschaftliche Ausgrenzung sichtbar machen und Empathie wecken kann. Die ausgebildete Psychiatriekrankenschwester studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und debütierte 2014 mit ihrem Roman „Ruhrpottliebe“.
Lara Sielmann
Auszeichnungen u. a.: Stipendium des Berliner Senats (2023), W.-G.-Sebald-Literaturpreis (2024), Stipendiatin Stuttgarter Schriftstellerhaus, Förderpreis des Landes NRW (2025), Stadtschreiberin Erfurt, Ingeborg-Bachmann-Preis (2026).
Veröffentlichungen (zuletzt):
– „Ruhrpottliebe“, Roman, Marlon, Moers 2014
– „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“, Roman, S. Fischer, Frankfurt a. M. 2025
