Leistungssport trifft Literatur: Mit ihrem Debütroman „Die Routinen“ gelingt der Autorin Son Lewandowski (geboren 1988 in Köln) ein eindringlicher literarischer Blick in die Welt des Leistungsturnens und die Spuren, die ein von Disziplin und Leistungsdruck geprägtes System hinterlässt. Im Mittelpunkt steht die ehemalige Kunstturnerin Amik, die auf ihre Karriere zurückblickt und sich den Erinnerungen an Training, Kontrolle und Grenzüberschreitungen stellt. Dabei verbindet Lewandowski persönliche Erfahrungen mit einer präzisen literarischen Sprache und macht sichtbar, wie sich Machtmissbrauch, Essenszwänge und körperliche wie seelische Verletzungen tief in die Biografien junger Athletinnen einschreiben können. Ein vielschichtiges Porträt eines Systems, das Höchstleistungen fordert, dabei aber oft die Menschen aus dem Blick verliert. Son Lewandowski ist Mitbegründerin und -leiterin von „Insert Female Artist – Literaturfestival & Forum für feministische Stimmen“ in Köln und studierte Literatur-, Kultur-, Medien- sowie Sozialwissenschaften in Siegen.
Lara Sielmann
Auszeichnungen u. a.: Klagenfurter Literaturkurs, Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin (2023), Spaltmaße-Stipendium der Jürgen Ponto-Stiftung (2024), Arbeitsstipendium Kunststiftung NRW (2025).
Veröffentlichungen (zuletzt):
– „Die Routinen“, Roman, Klett-Cotta, Stuttgart 2026
– „Kavaliersdelikte“, Vier Erzählungen, zus. mit M. Fallwickl, E. Ippolito und G. Sander, Lampe, Berlin, September 2026
