Presseinformation 31.8.2026 – Bilanz
Erlangen, 31. August 2026
Presseinformation
46. Erlanger Poet*innenfest – 28. bis 30. August 2026
Zuhören, sich füreinander interessieren und in echten Austausch treten
15.000 Besucher*innen beschäftigten sich mit ernsten Themen in entspannter Atmosphäre
Am Abend des 30. August ging mit dem Autorinnenporträt Gabriele von Arnims im ausverkauften Erlanger Markgrafentheater ein überaus erfolgreiches 46. Erlanger Poet*innenfest zu Ende. Nachdem am Freitagnachmittag noch schwere Gewitter über Erlangen hinwegzogen, strömten am Wochenende bei Bilderbuchwetter rund 15.000 Besucher*innen zu den Lesungen, Gesprächen und Diskussionen in den Erlanger Schlossgarten und die umliegenden Veranstaltungsorte. Trotz haushaltsbedingter Verkürzung des Festivals um einen Tag war das 46. Erlanger Poet*innenfest das bestbesuchte seiner Geschichte. Rund 100 Schriftsteller*innen, Publizist*innen und Künstler*innen waren bei dem dreitägigen Literaturfestival zu Gast, darunter mit Helene Bukowski, Miriam Carbe, Tomer Gardi, Karosh Taha und Dana Vowinckel fünf für den Deutschen Buchpreis nominierte Autor*innen sowie die in Erlangen umjubelte Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises Lena Schätte. Auf genauso großes Interesse stießen die ausnahmslos herausragend besuchten Gespräche und Diskussionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Ein weiterer Publikumsmagnet war in diesem Jahr das Sonderprogramm des Erlanger Stadtmuseums rund um die laufende Walter-Moers-Ausstellung.
Zum Auftakt des 46. Erlanger Poet*innenfests ergründeten am frühen Freitagabend Florian Schroeder, Liya Yu und Mirjam Zadoff „wie wir unsere Gegenwart wahrnehmen“. Das erste Autorenporträt war am Freitagabend im Markgrafentheater dem Schweizer Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss gewidmet. Im Gespräch mit Maike Albath wechselten sich sehr ernste Momente – sein aktuelles Buch „Königin der Nacht“ handelt von einer harten Kindheit und Jugend – mit ebenso heiteren Passagen ab. Das zweite, bis auf den letzten Stehplatz im dritten Rang ausgebuchte Porträt war ebenfalls einem Schweizer, dem Bestseller-Autor Alex Capus gewidmet. An den langen Lesenachmittagen im Erlanger Schlossgarten stellten Helene Bukowski, Miriam Carbe, Elena Fischer, Anja Gmeinwieser, Lena Gorelik, Norbert Gstrein, Sabrina Janesch, Thilo Krause, Son Lewandowski, Ilija Matusko, Christoph Peters, Kerstin Preiwuß, Lena Schätte, Nea Schmidt, Nadine Schneider, Alexander Schnickmann, Thomas von Steinaecker, Karosh Taha und Dana Vowinckel ihre Neuerscheinungen vor. Als Kinga Toth begann, ihre Gedichte zu singen, lauschte der ganze Park andächtig.
Beim aktuellen Podium „Der Staat und die soziale Frage“ diskutierten Christoph Butterwegge, Georg Cremer und Ines Verspohl. Jiffer Bourguignon und Aaron Wiener beleuchteten die aktuelle Politik der USA; wie wir beherzte Zuversicht in schwierigen Zeiten finden, darüber sprachen Gabriele von Arnim und Mirjam Zadoff. Die Sonntagsmatinee trug den Titel „Autokratisierung überall“. Nana Brink rückte mit Natalie Amiri, Klaus Brinkbäumer, Gabriele Riedle und Claudia Zilla die weltweit zunehmende Autokratisierung in den Fokus, nicht ohne einen Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen zu werfen. Salim Alafenisch, Atefeh Chaharmahaliyan und Tomer Gardi widmeten sich mit Cornelia Zetzsche dem Schreiben in Zeiten von Krieg und Krise. Über die Gefahren von Social Media diskutierten die Jugendlichen Sarah Koussougbo und Laurina Lennartz mit Jakob Hein und Nina Kolleck. Wie Geld als Waffe eingesetzt wird, war das Thema von Ulrike Herrmann und Mithu Sanyal.
Junge Stimmen wurden von Sharon Dodua Otoo und Mithu Sanyal vorgestellt, als „Kompliz*innen“ von Jessica Mawuena Lawson und Aidin Halimi. Der Open Air Poetry Slam präsentierte in Zusammenarbeit mit dem Erlanger E-Werk einige der besten Literatur-Performer*innen, in den Lamm-Lichtspielen wurden Literaturfilme gezeigt, Lea Schmocker und Izabella Effenberg beschäftigten sich mit Texten von Adelheid Duvanel, „Neue Texte & helle Klänge“ waren von Nora Gomringer und Mitgliedern der Bamberger Symphoniker zu hören, in Ausstellungen waren Fotos von Heike Bogenberger zu sehen, Comics, die sich mit Quantenforschung beschäftigen, bibliophile Kostbarkeiten in der „Druck & Buch“.
Bayern 2 bespielte am Samstag die Orangerie im Erlanger Schlossgarten: Niels Beintker und Judith Heitkamp präsentierten in der Live-Sendung „Die Zwei vor Ort“ die neuesten Bücher von Miriam Carbe, Ilija Matusko, Kerstin Preiwuß und Thomas von Steinaecker. Außerdem wurden zwei Folgen des Podcasts „Buchgefühl“ mit Karosh Taha sowie Radka Denemarková aufgezeichnet. Beim neuen TikTok-Format „ARD Literally: Lesen mit …“ sprach Miriam Fendt mit Mithu Sanyal über Emily Brontës zeitlosen Klassiker „Wuthering Heights“ im neu eröffneten Kultur- und Bildungscampus kubic.
Zuhören, sich wirklich füreinander interessieren, unterschiedliche Meinungen respektieren, sich mit den Herausforderungen unserer Gegenwart zu beschäftigen, ohne die Zuversicht zu verlieren … das sind Botschaften, die vom Erlanger Poet*innenfest ausgehen und die seine Besucher*innen in den Alltag mitnehmen können. Das zumindest hofft das Veranstaltungsteam mit seinen moderierenden Berater*innen Maike Albath, Niels Beintker, Nana Brink, Friederike Brinkmann, Miriam Fendt, Korbinian Frenzel, Judith Heitkamp, Anne-Dore Krohn, Dirk Kruse, Kathi Mock, Lara Sielmann, Beate Tröger und Cornelia Zetzsche.
Keineswegs als selbstverständlich empfanden es Besucher*innen, Teilnehmer*innen und das Organisationsteam des Kulturamts Erlangen, dass das 46. Erlanger Poet*innenfest trotz Haushaltskrise der Stadt Erlangen zwar um einen Tag verkürzt, aber dennoch so erfolgreich stattfinden konnte. Noch zu Jahresbeginn stand das Festival auf der Kippe. Mithilfe des Freistaats Bayern, der Sparkasse, zahlreicher Kooperationspartner*innen und vor allem der Bürger*innen, die 25.000 Euro spendeten, konnte die Stadt Erlangen die Finanzierungslücke schließen. Dennoch wird die Finanzierung von kulturellen Veranstaltungen bei zunehmend prekären Haushalten der Kommunen eine Herausforderung für die nächsten Jahre bleiben.
Das 47. Erlanger Poet*innenfest soll vom 27. bis 29. August 2027 stattfinden.
Hauptsponsor des 46. Erlanger Poet*innenfests: Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach. Medienpartner des 46. Erlanger Poet*innenfests: Erlanger Nachrichten und Bayern 2. Das 46. Erlanger Poet*innenfest wird aus Mitteln der Literaturförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst unterstützt.
Veranstalter
Stadt Erlangen – Kulturamt
Abteilung Festivals und Programme
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen – Deutschland
Tel. +49 (0)9131 86-1408
E-Mail: info@poetenfest-erlangen.de
Website: www.poetenfest-erlangen.de
