Der 1966 in Kalkar am Niederrhein geborene Christoph Peters gehört zu den wichtigsten Autor*innen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Sein umfangreiches Werk zeichnet sich durch viel Welthaltigkeit aus. Fernöstliche Kulturen, religiöser Fundamentalismus, mafiöse Strukturen oder die deutsche Gegenwartsgesellschaft sind seine Themen. Es gibt aber auch eine Spur in Christoph Peters vielfältigem Werk, die stark autobiografisch ist. In dem autofiktionalen Roman „Wir in Kahlenbeck“ (2012) verarbeitet der Autor seine prägenden Jahre im streng katholischen Jungeninternat Gaesdonck. Und in „Dorfroman“ (2020) erzählt er von seiner politischen Bewusstwerdung als 15-Jähriger angesichts des Baus des Atomkraftwerks Kalkar in seinem Heimatdorf und den zahlreichen Protesten dagegen. Doch keines seiner Bücher ist so radikal autobiografisch wie sein aktueller Roman „Entzug“. Darin erzählt Peters schonungslos von seiner jahrelangen, schweren Alkoholabhängigkeit, der Erbärmlichkeit der Sucht, dem zwanghaften Selbstbetrug, den gesundheitlichen Schäden, dem brutalen Entzug und der lebensrettenden Ernüchterung. Ein mutiger, anrührender, nicht verklärender oder romantisierender Roman. Christoph Peters studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe und arbeitete fünf Jahre als Fluggastkontrolleur am Frankfurter Flughafen. Schon sein Debütroman „Stadt Land Fluss“ (1999) wurde begeistert von der Kritik aufgenommen. Peters unternahm zahlreiche Reisen, ist ein Kenner japanischer Kultur und sammelt japanische Tee-Keramiken.
Dirk Kruse
Auszeichnungen u. a.: Niederrheinischer Literaturpreis (1999), Literaturförderpreis des Landes NRW (2001), Poetikdozentur Johannes Gutenberg-Universität Mainz (2004), Bayern 2-Wortspiele-Preis (2005), Rheingau Literatur Preis (2009), Friedrich-Hölderlin-Preis (2016), Poetikdozentur Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (2017), Wolfgang-Koeppen-Preis (2018), Writer in Residence, Keio-Universität, Tokio (2019), Thomas-Valentin-Literaturpreis (2021), Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld (2022), Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen (2025), Franz-Hessel-Preis (2026).
Veröffentlichungen (zuletzt):
– „Tage in Tokio“, Luchterhand, München 2021
– „Der Sandkasten“, Roman, Luchterhand, München 2022
– „Krähen im Park“, Roman, Luchterhand, München 2023
– „Innerstädtischer Tod“, Roman, Luchterhand, München 2024
– „Entzug“, Roman, Luchterhand, München 2026
