Was bedeutet die selbstverständliche Gegenwart von Büchern, Bildung, religiöser Zugehörigkeit und ein sich beständig kümmernder Vater? Anton, hochbegabter Sohn eines amerikanisch-israelisch-jüdischen Paares, empfindet seine Privilegien eher als Last, zumal er die meiste Zeit mit der Sorge um die turbulente Ehe der Eltern befasst ist. Alma kommt aus einem ganz anderen Milieu, ist noch in Ost-Berlin aufgewachsen, Halbwaise, in tiefer Ablehnung ihres Stiefvaters gefangen, gleichzeitig pragmatisch, wissbegierig und schlau. Sie kennt Anton noch von einem Schüleraustausch und als sie sich in der Universität wieder über den Weg laufen, beginnt eine rasante Liebesgeschichte. Dana Vowinckel entwickelt ihren zweiten Roman „Anton und Alma“ aus einer doppelten Perspektive und verschachtelt die beiden Blickwinkel so geschickt miteinander, dass die Höhen und Tiefen der Beziehung eine ungeheure Dynamik entfalten. Recherchen über die Konversion der Chasaren zum Judentum, die Spannungen in Nahost und der Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 bilden den Hintergrund. Eine heimliche Heldin des Romans ist die Stadt Berlin. Nach ihrem gefeierten Debüt „Gewässer im Ziplock“ – nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert – legt Vowinckel ein funkelndes Porträt ihrer Generation vor. Dana Vowinckel wurde 1996 in Berlin geboren und studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge.
Maike Albath
Auszeichnungen u. a.: Deutschlandfunk-Preis (2021), Arbeitsstipendium des Berliner Senats, Mara-Cassens-Preis (2023), Literaturpreis der deutschen Wirtschaft, Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag (2024).
Veröffentlichungen (zuletzt):
– „Gewässer im Ziplock“, Roman, suhrkamp nova, Berlin 2023
– „Anton und Alma“, Roman, Suhrkamp, Berlin, September 2026
