Der Mythos von der sich aufopfernden Mutter, die für ihre Kinder – und im Zweifel auch für ihren Mann – alles tut, hält sich hartnäckig. Nicht zuletzt die NS-Zeit mit ihrer „Mutterkreuz“-Ideologie hat das Bild der Mutter in Deutschland geprägt. Wer als Mutter „versagt“, vielleicht sogar ganz eigene Vorstellungen von einem selbstbestimmten Leben hat, gilt als „Rabenmutter“. Ein Wort, für das es keine direkte englische, französische oder arabische Übersetzung gibt. Und werden nicht immer noch die Frauen gefragt, ob sie Beruf und Familie vereinbaren können, – aber selten die Männer? Gerade in diesen Zeiten, in denen oft von einem gesellschaftlichen Rollback die Rede ist, stellt sich die Frage nach der „besonderen Beziehung“, die wir zu unseren Müttern haben.
Es diskutieren die Schriftstellerin Lena Gorelik, die in ihrem Roman „Alle meine Mütter“ ganz andere Mutter-Modelle nebeneinanderstellt, die Autorin Marlen Hobrack, die sich über das Erbe ihrer Mutter Gedanken macht und über „Eine Verteidigung der Mutterschaft“ schreibt, und die Sozialpsychologin Sarah Trentzsch, die in ihrem Buch die Frage aufwirft, „wofür wir Töchter unsere Mütter brauchen“.
Nana Brink
Lena Gorelik: Alle meine Mütter. Roman. Rowohlt. Hamburg, Mrz 2026
Marlen Hobrack: Stolz und Zweifel. Eine Verteidigung der Mutterschaft. HarperCollins. Hamburg, 25. Aug 2026
Marlen Hobrack: Erbgut. Was von meiner Mutter bleibt. HarperCollins. Hamburg, 2024
Sarah Trentzsch: Wofür wir Töchter unsere Mütter brauchen. Portrait einer Beziehung. Gutkind. Berlin, 2025
Lesung und Gespräch mit Lena Gorelik, Marlen Hobrack und Sarah Trentzsch; Moderation: Nana Brink
Freitag, 28.08.2026
20:30
Eintritt frei!
