„Mein Volk ist verwundet, und diese Wunde blutet“, sagt Amir Hassan Cheheltan, früher Ingenieur, seit einem halben Jahrhundert Schriftsteller und heute hierzulande einer der renommierten iranischen Autoren, dessen Bücher und Artikel zwar auf Deutsch zu lesen sind, aber in Iran nicht erscheinen dürfen. Sein preisgekröntes Werk erzählt von Vergangenheit und Gegenwart des Iran, von der Zeit des Schahs und der Islamischen Revolution, von Kriegen und Krisen, Tätern, Opfern und Mitläufern in allen Grautönen, meist mit Fokus auf den Mikrokosmos Familie. Mit 18 Jahren veröffentlichte Cheheltan erste Erzählungen, später, im Iran-Irak-Krieg den ersten Roman. 2007 wurde „Iranische Dämmerung“ zum „Buch des Jahres“ in Iran – in zensierter Version allerdings. Von Liebe, Eifersucht, Verrat, Tabubruch handelt „Die Rose von Nishapur“, sein letzter Roman, eine fatale Beziehungsgeschichte. Sie führt ins Innere einer Familie in Teheran heute, zeigt die Aktualität historischer Themen und die Diskrepanz vom Leben drinnen und draußen in Teheran. Von dort meldet sich Amir Cheheltan per Video fürs Poet*innenfest.
Cornelia Zetzsche
Auszeichnungen u. a.: Literaturstipendium des DAAD (2009/10), Internationaler Literaturpreis, Haus der Kulturen der Welt Berlin (2020).
Veröffentlichungen (zuletzt):
– „Singularkollektiv“, Erzählungen, Wallstein, Göttingen 2023
– „Der standhafte Papagei. Erinnerungen an Teheran 1979“, übers. von J. Himmelreich, Matthes & Seitz Berlin, 2018
– „Der Zirkel der Literaturliebhaber“, Roman, übers. von J. Himmelreich, C.H. Beck, München 2020
– „Eine Liebe in Kairo“, Roman, übers. von J. Himmelreich, C.H. Beck, München 2022
– „Der Kalligraph von Isfahan“, Roman, übers. von K. Scharf, C.H. Beck, München 2023
– „Die Rose von Nischapur“, Roman, übers. von J. Himmelreich, C. H. Beck, München 2024
