Die Kompliz*innen-Reihe ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Erlanger Poet*innenfests – so wurden auch in diesem Jahr zwei Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Autorinnen Shida Bazyar, Nava Ebrahimi, Sharon Dodua Otoo und Mithu Sanyal kuratiert. In einer Doppellesung präsentiert Sharon Dodua Otoo ihren neuen Roman „So, in etwa, ist es geschehen“: Die Schwarze Deutsche Amata sitzt mit ihrem Chef im Auto Richtung Timmendorfer Strand, wo sie mit ihrer Mutter dem Schiffsunglück der „Cap Arcona“ kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gedenken will. Ihr Großvater war einer der wenigen Überlebenden des Unglücks, bei dem Tausende Insassen von Konzentrationslagern bei einem Angriff der Royal Air Force ums Leben kamen. Es ist heiß, die Fahrt zieht sich immer mehr in die Länge, der Chef redet ununterbrochen ... bis Amata die Fassung verliert und einige Zeit später des Mordes angeklagt vor Gericht steht. In Jessica Mawuena Lawsons Debütroman „Kekeli“ geht es um die gleichnamige Protagonistin – eine deutsch-togoische Abiturientin – in einer süddeutschen Kleinstadt, die durch den Besuch ihrer Cousine aus Togo mit Fragen der Zugehörigkeit konfrontiert wird. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen fahren die beiden jungen Frauen nach Berlin, um bei einem Dokumentarfilm über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland mitzuarbeiten. Dabei stößt Kekeli auf ein bedrückendes Familiengeheimnis. Schwarze Geschichte und Biografien in Deutschland – im Gespräch mit Lara Sielmann beleuchten Sharon Dodua Otoo und Jessica Mawuena Lawson die Lebensrealitäten ihrer Protagonist*innen und spüren gemeinsamen Motiven nach.
Sharon Dodua Otoo: So, in etwa, ist es geschehen. Roman. S. Fischer. Frankfurt a. M., Apr 2026
Jessica Mawuena Lawson: Kekeli. Roman. Verbrecher Verlag. Berlin, Jan 2026
Lesung von Sharon Dodua Otoo und Jessica Mawuena Lawson und Gespräch mit Lara Sielmann
Samstag, 29.08.2026
15:00
Eintritt frei!
