In der idealen Welt gäbe es das nicht: Vorurteile, Rassismus, Abwertung von Menschen. Die Realität ist eine andere. Toleranz, Diversität und Inklusion überfordern das menschliche Gehirn, sagt die Neurowissenschaftlerin Liya Yu. Starre moralische Appelle blieben deshalb oft wirkungslos. Stattdessen setzt sie auf einen auf Gehirnfunktionen basierenden Gesellschaftsvertrag, um demokratischen Zusammenhalt neu zu stiften. Hilft also Hirn statt Moral? Und müssen wir auch mit einem anderen Mythos unserer Zeit brechen: der ständigen Suche nach dem Glück? Kabarettist Florian Schroeder warnt: Wer krampfhaft versucht, sein Leben glücklicher zu machen, signalisiert seinem Gehirn permanent, dass das aktuelle Leben im Hier und Jetzt nicht ausreicht. Und dabei könnten wir – so die Historikerin Mirjam Zadoff – auch schon heute, trotz aller Krisen, Wege finden, zuversichtlich zu bleiben und den Lebensmut nicht zu verlieren.
Korbinian Frenzel
Florian Schroeder: Happy End. Warum Du ohne Glück glücklicher bist. dtv. München, Nov 2025
Liya Yu: Hirn statt Moral. Warum nur Neuropolitik den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichert. Econ. Berlin, Apr 2026
Mirjam Zadoff: Wie wir überwintern. Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten. Hanser. München, Nov 2025
Gespräch mit Florian Schroeder, Liya Yu und Mirjam Zadoff; Moderation: Korbinian Frenzel
Freitag, 28.08.2026
18:30
Eintritt: 15,– / 10,– / 5,– Euro
