Die Ukraine und Nahost, Sudan und Myanmar – nur vier von über 50 Kriegsschauplätzen weltweit. Medien zeigen täglich Bilder von Gewalt und Elend. Aber inmitten aller Brutalität spielen Kinder, leben und lieben die Menschen, lesen sie Geschichten und Gedichte. Sollten Schriftsteller*innen gerade im Krieg über Blumen und Kinderlachen schreiben oder fehlen die Worte? Lesungen und Gespräche mit drei Autor*innen nehmen Israel, Gaza und Iran in den Blick. Salim Alafenisch, Beduine und Palästinenser mit israelischem Pass, lebt seit Langem in Heidelberg und erzählt von der Vertreibung seines Volkes. „Diese Zelle ist ein Grab für die Lebenden“ notierte Atefeh Chaharmahaliyan, eine renommierte Dichterin und Aktivistin, über ihre Haft im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. 2025 floh sie nach Deutschland. Tomer Gardi ist in Galiläa geboren. Sein Buch „Stein, Papier“ schildert die Spurensuche im Kibbuz, dessen Museum aus Steinen eines palästinensischen Dorfes gebaut wurde. In seinem neuen Roman „Liefern“ ist er unterwegs mit Fahrradkurieren. Und aus Teheran und Tel Aviv melden sich Amir Hassan Cheheltan und Ofer Waldman. Was heißt für diese Schriftsteller*innen „Schreiben zwischen Krieg und Frieden“? Wie reagieren sie auf die Kriege in ihren Herkunftsländern? Wie finden sie Worte? Welche Rolle spielt Literatur im Überlebenskampf?
Cornelia Zetzsche
Salim Alafenisch: Die acht Frauen des Großvaters – Das Kamel mit dem Nasenring – Die Feuerprobe. Drei Romane. Unionsverlag. Zürich, 2018
Atefeh Chaharmahaliyan: Zartoshtak: The Birth and Death of a Thirteen-Year-Old Sistani. Gedichte. Aftab Publishing. Norwegen, 2023
Tomer Gardi: Liefern. Roman. In Teilen aus dem Hebräischen übersetzt von: Anne Birkenhauer. Tropen. Berlin, Feb 2026
Lesung und Gespräch mit Salim Alafenisch, Atefeh Chaharmahaliyan und Tomer Gardi; mit Einspielungen von Amir Hassan Cheheltan und Ofer Waldman; Moderation: Cornelia Zetzsche; Übersetzung: Ulrike Seeberger
Sonntag, 30.08.2026
16:00
Eintritt frei!
